Bürgerforum Bad Herrenalb e.V.
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† Harald Dally

 

Das Bürgerforum - Bad Herrenalb e.V.
trauert um Harald Dally, unserem Gründungsmitglied der ersten Stunde,
der nun von uns gegangen ist.
Wir werden  ihn mit seinem offenen und freundlichen Wesen stets in guter Erinnerung behalten. 
Seine großen Erfahrungen, die er in unseren Verein eingebracht hat,
haben wir gerne angenommen und wussten sie stets zu schätzen.
Unser Mitgefühl gilt in besonderem Maße seiner Witwe und Tochter mit Familie.

 

Der Vorstand vom Bürgerforum-Bad Herrenalb e.V. im Namen der Mitglieder

 

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Manfred Rothfuß * 26.09.1942 - † 12.07.2016

 

Er hatte seine eigene Meinung oft eigenwillig, schroff.

Er sagte was er dachte, egal ob jemand lachte.

War manchen unbequem; wir haben ihn gern gesehen.

 

Die Mitglieder des Bürgerforums-Bad Herrenalb e.V. trauern um Manfred Rothfuß, einem Mitglied der ersten Stunde, der viel zu früh von uns gegangen ist. Wir werden ihn stets in guter Erinnerung behalten.

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Trauerrede am Donnerstag den 28.2016, Aussegnungshalle Bad Herrenalb-Bernbach

 

Liebe Frau Rothfuß, liebe Verwandte und Freunde, liebe Trauergemeinde,

ich stehe hier, weil ich Ihnen das Mitgefühl, die Trauer, aber auch die Hochachtung einiger Menschen mitteilen möchte…und soll, von Menschen, mit denen der Verstorbene in den letzten Jahren Kontakt hatte und intensiven Gedankenaustausch pflegte. Ich meine damit viele Mitglieder der damaligen Bürgerinitiative gegen das von der Stadt geplante Bad-Projekt und die des Bürgerforums Bad Herrenalb, das aus dieser Initiative entstand und bei dem er bis vor kurzem noch aktiv engagiert war.

In beiden Organisationen war Manfred Rothfuß unter den ersten Unterstützern und Mitgliedern, und wir erinnern uns noch an die äußeren Umstände, unter denen diese anfangs kleine Gruppe von kritischen Bürgern sich gegen das massive öffentliche Auftreten der Befürworter jenes Badeprojekts behaupten musste – bis zu persönlichen Anfeindungen und Beleidigungen, von denen auch der Verstorbene nicht verschont blieb – und wer sich daran erinnert, der kann vielleicht verstehen, warum Manfred Rothfuß nicht nur, aber gerade auch für uns, und ich sage auch bewusst: für mich, einen schmerzlichen Verlust bedeutet.

Ich will Ihnen diesen Lebensausschnitt des Verstorbenen ein wenig verdeutlichen. Ich weiß, dass ich dabei eine Menge von anscheinend abgegriffenen Umschreibungen verwenden muss, um seine Qualitäten heraus zu stellen. Das Wunderbare daran ist: Wenn ich sie auf Manfred Rothfuß anwende, werden sie für mich wahr, sie sind keine Plattitüden mehr, sondern sie beschreiben einen echten, wahrhaften Charakter, von dessen Verhalten und Einstellungen wir uns so manche Scheibe abschneiden könnten.

Ich habe Herrn Rothfuß -wir blieben leider immer beim Sie- schon vor Jahren in Ettlingen eher zufällig kennen gelernt und war, als wir vor fast sechs Jahren nach Herrenalb zogen, ebenso überrascht wie erfreut, ihn hier wieder zu treffen. Das hatte zunächst keine Folgen, aber als er dann kurz nach der Gründung der Bürgerinitiative gegen das Badprojekt bei uns klingelte und er – übrigens als Erster – die Forderung nach einem Bürgerentscheid unterschreiben wollte, begann ich mich für diesen Mann zu interessieren. Wusste der überhaupt, um was es bei der Aktion ging ? Ja – er wusste. Und wie ! Die gesunde Zukunft unserer Stadt lag ihm sehr am Herzen und er fürchtete wie viele andere die monströse Überdimensionierung - und glaubte den Verantwortlichen kein Wort. Wir erlebten den Herrn Rothfuß als intensiven Betrachter, wachen Begutachter, und daher auch manchmal als kritischen Hinterfrager der Argumente und Strategien – immer dabei, immer loyal, unauffällig präsent – wenn auch unübersehbar mit seiner wilden Frisur : Mit direkten Fragen, mit präzisen Analysen der beteiligten Persönlichkeiten, die uns ein X für ein U vormachen wollten, wobei ihm nicht nur seine erstaunliche und sichere Menschenkenntnis, sondern bestimmt auch seine berufliche Erfahrung nützlich war.

Was die Fragen angeht, so darf ich Ihnen verraten, dass er einer der wenigen war, denen angesichts der Kopie des damals dem Bürgermeister und Gemeinderat vorgelegten angeblichen Kontoauszugs von über einer halben Milliarde Euros nicht der Verstand aussetzte, sondern er schlicht auf einen bestimmten englischen Satz, den verräterischen Satz des Kontoauszugs, deutete und fragte: „Was heißt denn das ? Ich versteh das nicht…“ Man überlege nur mal: Hätte zu einem früheren Zeitpunkt und an einem anderen Ort ein Verantwortlicher aus dem Rathaus den Mut gehabt, diese Frage zu stellen, und hätte man sie verfolgt: Innerhalb weniger Stunden wäre das gesamte Lügengebilde zusammen gebrochen. Für mich heißt das: Manfred Rothfuß hatte den Mut zu seinen Grenzen, und weil er sie kannte, ließ er sich nicht blenden, blieb er sich selbst , und weil er sich selbst treu blieb und niemandem etwas beweisen musste, war er ein Rohdiamant: Deutlich, direkt, ungekünstelt (schroff habe ich ihn übrigens niemals erlebt), aber gleichzeitig entgegenkommend, verständnisvoll, hilfsbereit für drei, wertschätzend und großzügig. Ein Mensch, den man sich nicht nur als Nachbar, sondern auch als Freund wünscht. Dazu kam eine auffallende Sensibilität, und er fragte mich immer vorher, ob er jetzt mal „direkt“ sein könnte. Ja – er konnte und er sollte. Seine Kommentare waren knapp und erfrischend, und seine Perspektive war immer nach vorn gerichtet.

Was ihn selbst betraf, so habe ich ihn in einer Weise zurückhaltend erlebt, die mich nachträglich erschreckt hat…sein Leiden hat er nie an die große Glocke gehängt, und deswegen waren viele von uns, die ihn in den letzten Wochen noch getroffen hatten, von seinem Tod schockiert. Ich habe mich mit ihm richtig gefreut, als es letztes Jahr auf die Reise im Wohnmobil ging, auf das er so stolz war, aber dass er jetzt auf die große, endgültige Reise gegangen ist, macht mich sehr traurig – es hätte noch eine wunderbare Freundschaft alter Männer werden können. Ich verneige mich vor Manfred Rothfuß und wünsche mir, dass so manche seiner Eigenschaften, besonders seine unverfälschte Ehrlichkeit und Direktheit, uns alle ein bisschen zur Nachahmung anspornen. Ich danke Ihnen… (Gerhard Geschwill)

 

 

 Manfred Rothfuß/Reinhard Domke

Bürgerforum Bad Herrenalb e.V. / Vereinskonto: SPK Pforzheim-Calw